FDP schickt Daniel Fahr ins Rennen
Kreis Coesfeld. Daniel Fahr aus Dülmen soll es machen. Die Kreis-FDP kürte gestern Abend den 32-jährigen Betriebswirt und stellvertretenden Kreisvorsitzenden zum Direktkandidaten für die Bundestagswahl. Das Er-gebnis war deutlich: 18 der 20 anwesenden Li-beralen stimmten in der Gaststätte „Am Kamin“ in Welte für den Dülmener, zwei enthielten sich. Die FDP kündigte einen star-ken Wahlkampf mit ihrem neuen Mann an. Fahr kann nur in den Bundes-tag einziehen, wenn er in seinem Wahlkreis 128 (Coesfeld – Steinfurt II) direkt gewählt wird – er hat keinen Listenplatz.Politisch ist Fahr seit 2004 aktiv. „Ich habe in Dülmen einfach mal die Fraktionssitzung besucht. Und bin dabei geblieben“, erzählt er. Es dauerte nicht lange, da hatte der Betriebswirt bei den Liberalen bereits eine Aufgabe: der Finanzexperte wurde Schatzmeister. Im letzten Jahr wurde er zum stellvertretenden Kreisvorsitzenden gewählt und arbeitet seitdem im Landesfachausschuss Kultur und Medien mit. Seit 2007 ist er einer der zwei Delegierten für die Bundesparteitage. In Dülmen ist er als sachkundiger Bürger im Schul- und Kulturausschuss. Warum die FDP? „Ich war schon immer ein Freidenker und der Meinung: privat vor Staat.“
Die Neuwahl gestern war notwendig, weil die im Herbst 2008 ursprünglich gewählte Kandidatin Dr. Beatrix Sanders-Esser aus Senden ihre Kandidatur zurückgezogen hatte. „Wir haben uns Zeit gelassen, um einen geeigneten Kandidaten zu finden“, sagt FDP-Kreisvorsitzender Henning Höne. „Mit Daniel Fahr ist uns das gelungen.“ Klar sei von vornerein gewesen: „Ohne eigenen Kandidaten ist kein ordentlicher Wahlkampf möglich.“ Realistische Chancen, in den Bundestag zu kommen, hatte zumindest in der Vergangenheit ein Kandidat zwar nur über einen aussichtsreichen Listenplatz, dennoch zeigt sich Fahr, der in seiner Freizeit leidenschaftlich gerne tanzt, optimistisch. Die Stimmung in der Bevölkerung spreche für die FDP. „Die Chance, ein Direktmandat zu holen, ist noch nie so hoch gewesen wie jetzt“, meinte er.
Mit dem Bundestagsabgeordneten und FDP-Finanzexperten Frank Schäffler diskutierten die Liberalen nach der Wahl über die Finanzkrise.
VON VIOLA TER HORST, COESFELD